Ladies and Gentlemen and Everybody else! Thank you for dancing, es war mir eine Ehre, was ein Riesenspaß!
Vor ungefähr 8 Jahren, ich war 48 🙂 hab ich aus ner Laune raus beschlossen „so ich werd jetzt doch noch DJ“. Das war richtig und wichtig und es wurde unglaublich schön, übertraf meine kühnsten Vorstellungen.
Es entwickelte sich eine krasse Dynamik, letztlich werden es so um die 180 Gigs gewesen sein. Irgendwann wurde daraus Electroamore – das Mehrgenerationenhouse des Techno – etwas sehr Besonderes, dank der Menschen in und vor der Booth.
Early Clubbing im Palais Fr. 9.10.26 – 20 bis 3 Uhr.
¡Exklusive Ich-bin-früh-da-Tickets hier kaufen!
Einzigartig ist Electroamore dadurch natürlich nicht, andere Kollektive schaffen das auch, doch es ist mir sehr wichtig, dies an genau dieser Stelle hier zu erwähnen, denn es zeigt: Auch nach 8 Jahren DJing – weiterhin gesunde Selbsteinschätzung und Erdung bei bald Ex-DJ FM 🙂
Und Respekt „vor mir selbst“. Auslöser meiner Entscheidung war schon ein Tinnitus, der mich natürlich beim Mixen einschränkt, durch den das Filigrane abhanden kommt, der mich einfach schlechter macht und eben eine Realität ist.
Meine richtig, richtig geilen Sets, die liegen Monate zurück. Nicht dass die anderen schlecht gewesen wären, ganz sicher nicht, aber sie kamen einfach nicht mehr an „DJ FM at his best“ ran.
Und dann stand ich da, am Mixer im Royal Home Club, und begann „gehörschonend“ zu mixen. Bis ich dann recht schnell dachte: „Really???“ Einen Part meiner Technik nochmal auf 0 stellen, mit der Gewissheit, so geil wie es war, weil eben zu großen Teilen unbedingt unkontrolliert, ha ha, so wird es definitiv nicht mehr…
Und so kam dann das eine zum anderen, denn klar: So faszinierend die Nacht mit ihrem ganzen Spektakel ist, sie kann auch „sehr stark nerven“ irgendwann, irgendwie. Und bevor es soweit kommen konnte, ging ich in mich, blickte zurück und sah: es war sehr, sehr gut!
Meine letzten Gigs spiele ich im November und natürlich halte ich es mir offen, sollte ich irgendwann mal wieder „so richtig Bock haben und mich stark fühlen“ auch wieder mal zu spielen. Vielleicht unter anderem Namen, vielleicht nackt, vielleicht Punkrocksongs, das ist heute zum Glück alles noch komplett unklar.
So und nach der ganzen Sentimentalität hier zum Ende eiskalte Fakts, no Drama statt Tränchen: Wenn ich nicht mehr auflege, dann halt jemand anders, und wenn du nicht mehr tanzt dann dito. Over all ändert sich gar nix.
Keep it real, versucht es zumindest und vielleicht hören wir uns ja bald.
Amore, FM

