Historisch-literarische Abhandlung von „Der 8. Tag“. Mit zeitgenössischem und zeithistorischem Kontext, Augenzeugenberichten, den Electroamore Residents, deren Freundinnen und Freunden und dir.
Am Anfang war die Göttin. Sie erschuf Himmel, Erde, spezielle Substanzen und die 303. Das war viel Arbeit. Drum wolle sie dann auch folgerichtig am siebten Tag erst mal chillen. Aber das ging halt nicht. Die Kickdrum lief einfach weiter. Da war nichts zu machen.
Lass es bouncen!
Die Göttin
Dann dachte die Göttin also, schlau wie sie ist: Na gut, dann mach ich halt nen 8. Tag. Und sie sagte laut, also echt ultralaut: „Lass es bouncen“, erschuf dadurch Dancefloor, Club und Rave und sah, dass das alles sehr und total gut war.
Natürlich stritt man in der Antike teufelinnenwild darüber. Platona meinte, der 8. Tag sei nur eine Idee, ein Konzept. Für Sappho war es lediglich eine problematische Projektion. Nur die wirklich Wissenden – Amazone, Sibylle und ein paar vielgeschlechtliche Orakel klärten dann die Ungeklärten auf: „Das ist der Tag der Tage!“
Teufelinnenwilde Streitereien
Platona, Sappho, Amazone & noch paar mehr
Die Römer:innen machten daraus eine Riesen-Sause im Circus Maximus. Bacchusa bekam ganz selbstverständlich Support von einer Priesterin, die den ersten Proto-Techno auf Leier und Wasserorgel spielte.
In den Katakomben Münchens (ja, München gab’s schon, wir sind älter als die Römer!) erfand eine Nonne Namens Luna die Nebelmaschine, indem sie Weihrauch über ein Lochfeuer kippte.
München ist älter als die Römer!
Eine Nonne Namens Luna, Erfinderin der Nebelmaschine
Im Mittelalter verschwand der 8. Tag offiziell – die Katholiken hatten Angst, dass zu viel Bass die Kirchenfenster zerspringen lässt. Erbärmlich und steht in der Bibel eigentlich nicht was komplett anderes?
Die Neuzeit ist schnell abgehandelt: Während Newtona Äpfel fallen ließ, zählte eine gewissenhafte Bäckerin in Augsburg die ersten BPM. Und Mona Lisa? Warum grinst die wohl so breit? Eben!
BPM – in Augsburg erfunden
Namenlose Bäckerin
Im 20. Jahrhundert war dann Science-Fiction das große Ding: Der 8. Tag war das Synonym für die „nächste Evolutionsstufe“. Klarer Fall von Missverständnis: Niemand kapierte, dass es schlicht um den Übergang vom Tag zur Tanzfläche ging.
Die Göttin ist tot! Die Göttin bleibt tot! Und wir haben sie getötet!
Nietzsche, der Loser
Irgendwann dann schrieb Nietzsche „Die Göttin ist tot! Die Göttin bleibt tot! Und wir haben sie getötet!“ Und diesen Schmarrn verzapfte er nur, weil er den 8. Tag verpasste und wie immer von nichts eine Ahnung hatte.
Der 8. Tag – kein Freitag, kein Samstag, kein Sonntag, sondern ein Zwischenraum, ein Reset der Zeitrechnung.
Mephisto? Faust? Hatten ihre Chance – Jetzt sind wir dran!
