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Brotlose Kunst – Performance von Künstler 1 & Künstler 3, aka DJ FM & DJ FREUND

Nie für verschollen gehalten, trotzdem jetzt erst veröffentlicht: Die Live-Performance “Brotlose Kunst” aus dem Jahr 1995 von und mit Künstler 1, Künstler 2, Künstler 3.

Teile des Trios wurden später als DJ FM & DJ FREUND weltberühmt, was eine direkte Folge der Brot-Performance ist.

The mehr oder weniger whole Story:

Es begab sich, dass wir in Kiel zur Weihnachtszeit son Gebäude in Beschlag nahmen. Da war der Offene Kanal untergebracht und wir machten dort alles zu Brot.

Brot hiess, knapp 400 Brote mit Nylonfäden an die Decke hängen, hunderte Clip-Art-Poster wahllos im Gebäude verpappen. Alle im Stile von “Jens Weißbrot+ Skifliegerclipart” oder “U-Brot” – korrekt, mit einem U-Boot-Clipart.

Eine ziemlich unglaubliche Brot-Oper

Das war ne mega Sache. Künstler 1, später als DJ FM bekannt, komponierte eine ziemlich unglaubliche Brot-Oper und spielte das tatsächlich überwiegend live ein.

Mit wild zusammengestückelter Technik, Mini Disc, Ensoniq EPS 16 Plus Sampler mit komplett irrsinnigen 32 MB – ja MEGABYTE – Arbeitsspeicher. Zwei Rack-Synthis, Effektgerät und noch irgendwas. Und logo: Cubase auf einem Atari 1040 ST FM. Der hieß wirklich FM. Geiles Teil, klar bei dem Namen.

Stark verwirrende Pressemitteilungen

Im Foyer stand ne Bühne, da standen wir drauf und performten 20 Minuten lang Brot. Brot live im TV vor versammelter Lokalpresse und Teilen der Kunstszene, die wir mit – sagen wir mal – “stark verwirrenden” Pressemitteilungen auf den Event lockten.

Künstler 3 (DJ FREUND) lies die Interpretation seiner Live-Performance bis zuletzt offen, um dann als Pianist dem Gesamtbild mit seiner Teilperformance die entscheidenden Teile für das Brot hinzuzufügen. Er spielte übrigens ein Casio Mini-Keyboard, das selbe wie Trio in “Da Da Da”.

Künstler 2: Unser Mann am Brot

Künstler 2 war unser Mann am Brot. Er schuf, zerstörte, toastete, schnitt, beschmierte, klebte Brot.

Außerdem warf er Brotwürfel auf eine Gruppe Kunststudentinnen, die noch ein paar Millisekunden darüber nachdachten, was das wohl alles zu bedeuten hat, dann aber doch lieber ganz schnell geschlossen gingen. Ein voller Erfolg.

Das Besondere an der Brot-Performance war übrigens die Besonderheit, dass die Performance nach der Performance noch gar nicht hinüber war, sondern in einer Performance weiter ging, denn die Brote blieben natürlich hängen, was erstmal gut ging.

Die Brote blieben natürlich hängen

Nach und nach waren die Brote allerdings so trocken, dass sie zu Boden krachten und alles einsauten. Wir wurden dann so ungefähr zwei Wochen nach dem Live-Act unmissverständlich aufgefordert, das Auto-Performen der Brote zu unterbinden, und die Brot-Performance ein für alle mal zu beenden.

Was wir dann auch taten.

Hier Brotlose Kunst auf YouTube erleben.